Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes/Jugendalters
 Universitätsmedizin Leipzig

Physiotherapie / Sporttherapie

Physiotherapie Die Physiotherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie vereint Methoden der Bewegungstherapie, der psychomotorischen Therapie und der Motopädagogik bzw. Mototherapie. Im Vordergrund stehen aktivierende Maßnahmen in Einzel- und Gruppensituationen. Die kombinierte Förderung von Motorik und Wahrnehmung kann in hohem Maße zur Entwicklungsförderung und Persönlichkeitsentfaltung beitragen (z.B. Steigerung des Selbstwertgefühls und der eigenen Körperakzeptanz).

Physiotherapie Übergreifendes Ziel ist es, bestimmte motorische Fertigkeiten zu üben und dabei gleichzeitig einen Kommunikations- und Bewegungsprozess in Gang zu setzen. Am Ablauf der Stunde haben die Kinder und Jugendlichen einen großen Anteil. Das Mitbestimmungsrecht gibt ihnen das Gefühl, nicht gleich ihre Schwächen zeigen zu müssen, Freude an Bewegung soll vermittelt werden.

Unverzichtbarer Bestandteil der Physiotherapie ist die Motodiagnostik. In relativ kurzer Zeit können dadurch viele Informationen über das Bewegungsvermögen der Patienten gesammelt werden, welche dann in die Therapie einfließen. Daneben kommen verschiedene Tests zum Einsatz, die z.B. auch die Überprüfung der viso-motorischen Koordination zum Inhalt haben.

Physiotherapie Neben Einzeltherapien, in denen der Fokus auf der Patienten-Therapeut-Beziehung liegt, werden Gruppentherapien unter vorwiegend kommunikativen Aspekten angeboten. Diese Form beabsichtigt, mit Hilfe bestimmter Bewegungsformen und Bewegungsspiele das Verhalten der Patienten in der Gruppe mit Blick auf kommunikative Fähigkeiten, Selbsteinschätzung und Selbstverwirklichung und Kreativität zu erkennen und positiv zu beeinflussen. Inhalte sind hier z.B. das Ausprobieren verschiedener Materialien, Fitnesstraining, Tischtennis- oder Squashspielen. Außerdem gehört es zum festen Wochenprogramm jeder Station einmal in der Woche in einer nahegelegenen Turnhalle gemeinsam Sport zu treiben.

Die Entspannungstherapie in Verbindung mit Körperwahrnehmungsübungen ist ein weiterer Teil des Therapieangebotes. Übungen aus der Konzentrativen Entspannung, der Progressiven Muskelrelaxation, aus Yoga und Atementspannung bilden einen Gegenpol zu den aktiven Formen der Physiotherapie.

Physiotherapie Ebenso kommen bei Bedarf verschiedenste Massagearten zum Einsatz, insbesondere bei bettlägerigen Patienten (z.B. Bürstenmassage bei Anorexia nervosa). Das hilft, den eigenen Körper positiv wahrzunehmen, Wohlbefinden zu erleben und Entspannung zu erlangen. Ein weiteres Angebot stellt das wöchentliche Schwimmen dar. Das Medium Wasser ist sehr gut dazu geeignet, die Ausdauer und Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen in Partner- und Gruppenübungen zu trainieren, aber auch über spielerisches Agieren Ängste abzubauen, Selbstvertrauen zu fördern und Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Zu all den genannten Therapieformen können je nach Indikation noch die Behandlung mit physikalischer Therapie, Konditionstraining oder Walking hinzutreten.

 
Letzte Änderung: 10.11.2009, 16:31 Uhr
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