Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes/Jugendalters
 Universitätsmedizin Leipzig

Psychoanalytische Kurzzeittherapie (PaKT)

Psychoanalytische Kurzzeittherapie (PaKT) zur Behandlung von depressiven Störungen für Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren ‑ Evaluation von Wirksamkeit und Anwendbarkeit in einem randomisierten Kontrollgruppendesign

Projektmitarbeiter:  Dipl.-Psych. Sarah Bergmann, Dr. phil. Annette Klein, Dr. phil. Lars WhiteProf. Dr. Kai von Klitzing

Psychodynamische Behandlungsansätze finden im klinischen Versorgungskontext der Kinder- und Jugendpsychiatrie breite Anwendung. Es gibt jedoch bisher nur wenige Untersuchungen, die sich mit der systematischen Evaluation der Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter befassen (Windaus, 2005). Im Rahmen der Versorgung an unserer Klinik wurde das Konzept der Psychoanalytischen Kurzzeittherapie für Kinder entwickelt (PaKT; englisches Manual: Göttken & von Klitzing, 2014; deutsches Manual: Göttken & von Klitzing, 2015). Diese Therapieform basiert auf psychoanalytischen Grundsätzen und verbindet den auf die innerseelische Welt fokussierenden therapeutischen Zugang zu den Kindern mit einem konsequenten Einbezug der Eltern in den therapeutischen Prozess. In einer vorangegangen Studie (Göttken, White, Klein, & von Klitzing, 2014) konnte die Wirksamkeit der von uns konzeptualisierten und manualisierten psychoanalytischen Kurzzeittherapie bei der Behandlung von Angststörungen nachgewiesen werden. Nach der Therapie wiesen über 66% der Kinder keine Angststörung mehr auf (nach DSM-IV, ermittelt anhand eines standardisierten Interviews), während nach der Wartezeit bei keinem Kind eine Remission auftrat. Zudem war sowohl im Eltern- als auch im Lehrerurteil ein Symptomrückgang unmittelbar nach der Therapie und im 6-Monats-Follow-up zu verzeichnen.

Ziel dieser Studie ist es, PaKT in Hinblick auf die Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren systematisch in einem randomisierten Kontrollgruppendesign zu evaluieren. Da wir in den letzten Jahren durch die Zusammenarbeit mit Leipziger Kindergärten das Thema Depression im Vorschul- und jungem Schulalter intensiv beforscht haben (z.B. Otto et al., 2014, von Klitzing et al., 2014) und als Ergebnis dieser Forschung durchaus auf einen relevanten Anteil von Kindern mit krankheitswertigen und subklinischen Depressionssymptomen hingewiesen haben, sehen wir eine Anwendung und Evaluation der PaKT bezüglich dieses Störungsbildes als bedeutsam an.
Die PaKT umfasst 20 bis 25 psychotherapeutische Sitzungen in wechselnden Settings (Eltern-Kind, Kind alleine, Eltern alleine), in welchen ein dem Symptom zugrundeliegendes Beziehungsthema erarbeitet und bearbeitet wird. Im freien Spiel mit dem Kind werden die Konflikte des Kindes durchgearbeitet. Zudem werden mentalisierungsfördernde Techniken je nach Strukturniveau des Kindes eingesetzt. Jede vierte Stunde dient der Elternarbeit.
In der geplanten Studie wird PaKT mit insgesamt 64 Kindern mit klinisch relevanter Depression und ihren elterlichen Bezugspersonen durchgeführt. Dabei wird zum einen die Wirksamkeit von PaKT im Prä-Post-Vergleich bei 64 Kindern und zum anderen bei einer Gruppe von 32 Kindern gegenüber einer Wartelistenkontrollgruppe (n=32, randomisierte Kontrollgruppe, die nach der Wartezeit PaKT erhält) getestet. Wir wollen unsere Annahme überprüfen, dass die PaKT im Vergleich zur Wartelistenkontrollgruppe zu einer stärkeren Reduktion depressiver Symptome sowie zu einer signifikanten Abnahme von depressiven Störungen (kategorial nach DSM-5) führt. Hierbei wird es Messungen vor und nach der Therapie bzw. Wartezeit, sowie sechs Monate nach Beendigung der Therapien geben. Neben der Symptomreduktion auf dimensionaler und kategorialer Ebene werden auch Veränderungen erfasst werden, die mit den spezifischen Wirkfaktoren des Therapieansatzes PaKT in Verbindung stehen, wie beispielsweise eine Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit des Kindes und der Emotionalen Verfügbarkeit in der Eltern-Kind-Interaktion. Zudem werden diese Faktoren auch in Hinblick auf ihren Einfluss auf den Therapieerfolg untersucht.

Gefördert durch die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland e.V (VAKJP) sowie durch die Heidehof Stiftung GmbH

Laufzeit: 2017-2020

 
Letzte Änderung: 13.03.2017, 18:20 Uhr
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Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes/Jugendalters