Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes/Jugendalters
 Universitätsmedizin Leipzig

Children of mentally ill parents (CHIMPs)

Implementierung und Evaluation eines familienbasierten Interventionsprogrammes für Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern

Projektleiter: Prof. Dr. Kai von Klitzing

Wissenschaftsteam: Dipl.-Psych. Katja KolmorgenDr. med. Eva Hammerstein, Dr. phil. Annette Klein

Kooperationspartner: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik (Projektleitung; Prof. Silke Wiegand-Grefe), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Prof. Dr. Lambert) & Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie (Prof. Dr. Wegscheider), Universität Duisburg/Essen, Institut für Pädagogik, Arbeitsgruppe Sozialisationsforschung (Prof. Dr. Bauer), Universität Ulm, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Sektion Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung (Prof. Dr. Kilian), Vitos Klinik Rheinhöhe, Vitos Klinikum Rheingau (Dr. Mallmann)

Hintergrund: Um seelische Belastungen von Kindern und Jugendlichen psychisch erkrankter Eltern so früh wie möglich zu erkennen und die betroffenen Familien zu unterstützen, wurde an der Universität Eppendorf (Hamburg) die manualisierte Familienintervention CHIMPs (Children of mentally ill parents) für Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern von 4-18 Jahren entwickelt. Die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters der Universität Leipzig beteiligt sich nun als eines von fünf Zentren an einem Verbundprojekt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe von der Medical School Hamburg. Im Rahmen dieses Verbundprojektes soll die CHIMPs-Familienintervention an den fünf beteiligten Zentren in der Routineversorgung implementiert und evaluiert werden.

Ziele: Die zentralen Ziele der Intervention bestehen darin, die psychische Gesundheit und Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen von psychisch kranken Eltern zu verbessern. Außerdem geht es darum die Krankheitsbewältigung und die Familienbeziehungen sowie die so-ziale Unterstützung der Familie zu stärken. Schließlich werden die Familien mit psychisch kranken Eltern in allen Fragen ihres Alltags unterstützt. Die Ergebnisse dieser Implementierung fließen in eine Überarbeitung und Erweiterung des vorliegenden Manuals ein, so dass am Ende des Vorhabens ein in der Praxis bundesweit erprobtes Manual zur Verfügung steht. Damit wird eine noch bessere und breitere Anwendung bundesweit in der Routineversorgung ermöglicht.

Teilnehmer: An unserer Studie können 80 Familien mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil und mindestens einem minderjährigen Kind von 4-18 Jahren teilnehmen. Auch Alleinerziehende können teilnehmen. Das Kind/die Kinder sollte/n in Ihrem Haushalt leben oder es sollte ein regelmäßiger Kontakt bestehen. Weitere Voraussetzungen sind die Einwilligung zur Teilnahme sowie ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache. Auch wenn Sie sich derzeit nicht in stationärer Behandlung befinden (aber eine psychische Erkrankung mit stationärer oder ambulanter Behandlung in der Vergangenheit vorliegt), können Sie an unserem Projekt teilnehmen.

Alle Patienten (Interventions- und Kontrollgruppe) und ihre ganze Familie (Kinder und Jugendliche, Partner/Partnerin) erhalten eine standardisierte psychologische Diagnostik. Danach wird eine Reihe von Familien zufällig ausgewählt, die eine zusätzliche CHIMPs-Beratung erhalten. Diese Familienintervention besteht aus ca. 8 Sitzungen über 6 Monate (1 Familienvorgespräch, 2-3 Elterngespräche, 1 Gespräch mit jedem Kind oder Jugendlichen der Familie, 3 Familiengespräche). Sie wird von qualifizierten Diplompsychologen, Ärzten oder Psychotherapeuten an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters des Universitätsklinikums Leipzig durchgeführt. Nach dem Ende der Beratung sowie ein Jahr nach Beratungsende erhalten Sie erneut Fragebögen, und es werden diagnostische Interviews geführt.
Praktische Konsequenzen: Durch Ihre Teilnahme erhalten Sie zum einen eine umfangreiche Rückmeldung zur seelischen Befindlichkeit ihrer Familienmitglieder sowie ggf. eine auf ihre Belange und Themenwünsche abgestimmte Familienberatung. Zum anderen leisten Sie einen wesentlichen Beitrag, die psychosoziale und medizinische Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern bundesweit nachhaltig zu verbessern.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 2014-2016

Informations-Flyer (PDF 1,1 MB)

 
Letzte Änderung: 22.02.2016, 20:34 Uhr
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